Tage im August

Morgen geht es recht spontan nochmal für eine Woche nach Frankreich. Diesmal nicht in die Bretagne, sondern etwas südlicher, nämlich nach Bordeaux. In der Bretagne habe ich mich das erste mal mit Wellenreiten probiert und natürlich waren es super holprige erste Versuche. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Als ich dann letzte Woche erfuhr, dass Freunde von Freunden zum Surfen nach Frankreich fahren, habe ich kurzfristig beschlossen mich einfach anzuschließen. Morgen reise ich mit dem Zug nach. Die letzten Tage war ich mit Vorbereitungen beschäftigt und mache nun nur noch einen kleinen Sammel-Post mit Schnappschüssen der letzten Tage und Wochen.

Mein Highlight der letzten Wochen war - neben der 90km Radtour (bin zuvor nicht einmal ein Viertel dieser Strecke mit dem Rad gefahren) - und das Auf weiter Flur Festival in Münster, auf dem ich mir die nackten Füße schwarz und die Seele glücklich getanzt habe.


Jasmin / Nimsaj Wanderlust


 Die liebe Jasmin von nimsajx.blogspot.com hat eine kleine Vorstellung meines Blogs gemacht. Auch wenn ich es ein wenig verschusselt habe, habe ich mich wahnsinnig drüber gefreut, vor allem über den süßen Text den sie dazu geschrieben hat. Schaut doch mal vorbei, sie hat nicht nur andere tolle Blogs vorgestellt, sondern selbst auch einen schönen. Jasmin ist zurzeit in Indonesien und schreibt auch sonst gerne über das Reisen, mal mit dem Rucksack mal mit der wunderbaren bunten Ente, Mode und all das womit sie sich sonst noch den Alltag und das Leben versüßt. 

Bretagne, Finistére

Der ein oder andere hat mich vielleicht auf Instagram verfolgt - zu einem ausführlichen Post habe ich es im Urlaub nicht geschafft - jetzt bin ich wieder zuhause und hier nun der Post:
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Finis Terrae. So wurde dieses Gebiet zu Zeiten des römischen Reiches genannt. Heute Finistère - Ende der Welt. Es ist das westlichste Département Frankreichs, ein kleiner Zipfel Erde der in den Atlantik hineinragt.

Wenn ich die Bretagne in wenigen Worten beschreiben müsste, dann würde ich das mit den Worten rau, charmant und naturgewaltig tun. Noch nie war ich an einem Ort an dem der Himmel innerhalb eines Tages so oft die Farbe wechselt wie hier. Und das sogar im Stundentakt. Ein Ort, an dem man der Unberechenbarkeit der Natur so deutlich ausgesetzt ist wie sonst nur selten.

Vielleicht haben wir eher untypische bretonische Sommerwochen erwischt, denn Regen fiel so gut wie jeden Tag mindestens einmal auf uns herab. Mal in feinen Fäden mal in klatschenden Tropfen. Meist in den Morgenstunden und im Laufe des Tages verzog sich die Wolkendecke und die Sonne brach hervor und wärmte die vom Salzwasser kitzelnde Haut.







Auf kleineren und größeren Touren haben wir Küstenstädte und versteckte Buchten erkundet. Wenn sich das Meer bei Ebbe zurückzog, kletterten wir über Felsen, suchten nach Muscheln im Sand oder ließen einen Drachen steigen.
In der Bretagne zieht sich das Wasser bei Ebbe längst nicht soweit zurück wie an anderen Orten. Es bleibt immer in Sicht. In sicherer Entfernung.

Beinahe jeder Küstenabschnitt birgt ein anderes Bild von Sand und Meer. Dünen, die sanft und kaum merklich in den Sand übergehen, Buchten in denen gewaltige Felsen plötzlich ins Meer stürzen, Abschnitte, an denen Steinformationen im Meer das Bild prägen. Mal ist das Wasser von einem tiefen blau mal von einem klaren türkis bis hin zu einem trüben graublau das mit dem Himmel am Horizont zu verschmilzt.



Trotz Hochsaison hatten wir die langen Strände häufig für uns allein, an warmen Tagen zog es vereinzelt Menschen nach draußen um die Füße in warmen Sand zu stecken und sich die laue salzige Brise vom Meer durch die Haare wehen zu lassen.

Das Klima und die Atmosphäre in der Bretagne sind besonders. Irgendwie gelassen, entschleunigt ein bisschen wie aus der Welt gefallen. Ende der Welt.

Im Hafen von Küstenstädten essen gehen und durch die Gassen kleiner Städte schlendern wenn die Sonne die alten Steinmauern kleiner bretonischer Häuser in warmes Licht taucht und die Farben der Hortensien zum Leuchten bringt. Im Bett liegen und lesen oder ein und dasselbe Kartenspiel stundenlang spielen, dabei französisches Baguette knabbern, wenn der Wind um das Haus pfeift und der Regen an die Fenster klopft.


Der Natur ausgesetzt sein - in ihrer vollkommenen Unberechenbarkeit - hat etwas schönes, uriges und entschleunigendes.
 
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